Pädagogische Arbeit

Unsere Konzeption

Die Kita „Am Park“ richtet sich nach den folgenden gesetzlichen Grundlagen: Kinder und Jugendhilfe SGB VIII, Kitagesetz des Landes Brandenburg SGB VIII, Unfallschutzgesetz, Fürsorge und Aufsichtspflicht, Brandschutzgesetz, Sozialgesetzbuch X. Buch, Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz SGB X, dem Bürgerliches Gesetzbuch und KitaPersV. Des Weiteren richten wir uns nach den Qualitätsstandards von Potsdam Mittelmark und sind bestrebt diese zu erfüllen.

Die Kita „Am Park“ arbeitet nach dem infans-Konzept der Frühpädagogik offen, d.h. es gibt keine Gruppen, sondern Funktionsräume, die nach den Grundlagen der elementaren Bildung und Interessen der Kinder gestaltet wurden. Des Weiteren basiert unsere Arbeit auf der jährlich überarbeiteten Konzeption. Diese ist die Richtlinie für unser pädagogisches Handeln und wurde vom Team gemeinsam erarbeitet.

Infans

Das „Infans –  Konzept der Frühpädagogik“

In der Kita „Am Park“ wird nach dem infans Konzept gearbeitet. „Infans“ ist ein  Beobachtungs- und Dokumentationskonzept für Kindertagesstätten. Seit 2001 ist das durch das Institut für angewandte Sozialisationsforschung entwickelte Konzept, Handlungsmodell für die frühpädagogische Arbeit  zur Umsetzung des BildungsauftragesSo wird nachhaltiges Lernen der Kinder, da es an Interessen/ Themen dieser anschließt, ermöglicht. Beobachtung/ Dokumentation dienen als Grundlage für herausfordernde, interessante Angebote und Ziele. Die Raumkonzeption wurde dementsprechend, und nach den Grundsätzen der elementaren Bildung, angepasst. Regale, Materialien sind immer auf Augenhöhe der Kinder und Scheren etc. frei zugänglich. Alles, was sich in den Räumen befindet, darf genutzt werden. Jeder Erzieher in der Einrichtung führt Beobachtung, Dokumentation einzelner Kinder durch und ist somit für die  Führung der Portfolios „seiner“ Portfolio Kinder zuständig. Dies bildet dann zusammen mit den Grenzsteinen der Entwicklung (auch im Portfolio des Kindes) die Grundlage für Entwicklungsgespräche, die jährlich stattfinden. Im Schnitt hat jede Erzieherin 10 Portfolio- Kinder. Das Wohlergehen des einzelnen Kindes steht  im Vordergrund. Infans möchte Bildungsprozesse unterstützen, Themen/ Interessen aufgreifen und die pädagogische  Arbeit für Eltern und Außenstehende durch Dokumentationen transparent machen. Die  Zukunftsvision: kein Kind bleibt zurück, die Individualität eines jeden Kindes wird anerkannt und das pädagogische Konzepte, wie infans als Grundlage und Ziel für die pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten zur Regel werden.

Die Instrumente des infans-Konzeptes

Für die Umsetzung des infans- Konzeptes benötigen wir verschiedene Instrumente, welche von infans gestellt werden.

1. Bevorzugte Tätigkeiten/ Interessen des Kindes

Womit beschäftigt sich das Kind häufig in letzter Zeit? Welche Dinge bevorzugt es zum Spielen? Welche Aktivitäten werden wiederholt durchgeführt? In diesem Instrument wird der Name des Kindes/ Erzieherin, das Geburtsdatum, der Beobachtungstag und das Tagesdatum festgehalten. Dann werden die bevorzugten Aktivitäten notiert und ein Foto eingefügt. Wir planen 3-4 dieser Instrumente im Jahr für jedes Kind ein.

2. Freunde und Beziehungen zu anderen Kindern

In diesem Instrument wird der Name des Kindes/ Erzieherin, das Geburtsdatum, der Beobachtungstag und das Tagesdatum festgehalten. Dann werden die Kinder festgehalten, die gern als Spielpartner gewählt werden. Wir planen 3 dieser Instrumente im Jahr für jedes Kind ein. Die Auswertung für Kinder ab 3 Jahre erfolgt mit Hilfe eines erstellten Soziogramms, da diese Kinder bereits enge Freundschafen geschlossen haben und verbal mehr kommunizieren. Oft finden sich hier auch Anekdoten der Kinder wieder.

3. Bildungsgeschichten aus der Familie

Dieses Instrument geben wir 1x jährlich mit nach Hause und bitten die Eltern um Ausfüllen unter Berücksichtigung der folgenden Fragen: Was tut ihr Kind daheim besonders gern und häufig? Welche Themen sind gerade aktuell? Welche Materialien? Gern werden Anekdoten und Bilder eingefügt.

4. Themen/ Interessen des Kindes

Beobachtung schreiben und gezieltes Angebot unterbreiten. Wichtig hier: Die Reflexion erfolgt im Team. Wir schauen, was interessiert das Kind? Wie können wir es fördern und fordern? Wie ist der Entwicklungsstand unter zu Hilfe Name von entwicklungstheoretischen Büchern. Nachdem der Beobachteter Punkte vergeben hat und diese mehr als 7 auf der infans- Skala erreichen, kann eine Auswertung nach infans- Kriterien  erfolgen. Sonst ist die Beobachtung ergebnislos. Eine Zielsetzung für die Beobachtung ist nicht immer gegeben. Die Portfolio – Erzieherin führt die Portfolios der einzelnen Kinder und prüft Interessen/ Themen. Wir sind bemüht mindestens drei Beobachtungsprotokolle im Jahr anzufertigen.

5. Präferenzprofil

Hier schauen wir nach den Präferenzen des Kinder unter 3 Jahre. Zu welcher Erzieherin sucht das Kind am häufigsten Kontakt. Von wem lässt sich das Kind beruhigen und trösten? Anhand des Präferenzprofiles können wir prüfen, wie gut die Eingewöhnung geklappt hat.

6. Check zur Beziehungssicherheit (Kindstatus)

Wenn der Kindstatus „nicht okay „ist oder nur „teilweise“ erreicht, dann wird sich im Team beraten. Denn hier prüfen wir, ob das Kind häufig weint, scheinbar ziellos umher läuft, sich zurückzieht, trauert etc.

7. Bildungsbereiche/ Zugangsformen für Kinder von drei/vier Jahren oder fünf Jahren

Hier schauen wir in die einzelnen Bildungsbereiche wie Sprache, Logik und Mathematik, Bewegung, Musik, Soziale Bezüge, Mechanik und Konstruktion, Wissenschaft und Kunst. Wo liegen die Stärken des Kindes? Infans sucht nie nach Schwächen des Kindes.

8. Soziogram

Wen wählt das Kind als Spielpartner. Wer wählt das zu beobachtende Kind?

9. Individuelle Curriculum

Einmal jährlich sollte ein individuellen Curriculums jedes Kindes angefertigt werden. Darauf arbeiten wir hin.  Das Individuelle Curriculum ist sehr Zeit aufwendig. Hier wird im Team das ganze Portfolio eines Kindes betrachtet, um Interessen und Themen des Kindes näher zu beleuchten.

Offene Arbeit

Die Umsetzung des infans- Konzeptes erfolgt unter den Gesichtspunkten der offenen Arbeit, welche wir wie folgt als Kernaussage für unser Konzept definiert haben: Angebote sind Angebote, keiner muss sie annehmen! Kinder können Spielpartner, Spielorte, Spielmaterialien, Spielinhalte selbst auswählen und verändern. Die Öffnung ermöglicht Flexibilisierung der Strukturen, unterstützt die Umsetzung des Bildungsauftrages, nutzt die Vielfalt, Möglichkeiten und Kompetenzen der Kinder und Erzieher. Das Kind steht im Mittelpunkt.  Freiheit für individuelle Lernwege, aber auch ein offenes Entgegentreten an die Kinder, achtsam sein, den eigenen Kräften und denen anderer vertrauen, Zutrauen in die Kraft der Kinder und ihrer Entwicklungsfähigkeit; all das zeichnet offene Arbeit aus.  Offenheit bezieht sich auch auf Einstellung und Haltung von Menschen; bedeutet sich auf Unsicherheiten einzulassen. Offen sein für die Notwendigkeit des pädagogischen Handelns, Team- Eltern- oder Trägerdiskussion. Offene Arbeit ist für uns täglich eine neue, spannende Herausforderung. Wir haben keine Gruppen, -sondern Funktionsräume wie z.B. den Kreativ-, Ruhe-, Turn- und Experimentierraum.

Kinder sind von Natur aus aktiv und Interessiert. Daher verstehen wir Erzieher uns als Begleiter, aktive Zuhörer, Lernpartner, Unterstützer und Berater, welche den Kindern bei Bedarf Impulse geben.

Grundlagen der elementaren Bildung

1. Körper, Bewegung und Gesundheit

Für intellektuelle, soziale und sprachliche Entwicklungsschritte ist Motorik eine wichtige Basis.  Kinder möchten sich bewegen. Das unterstützen wir durch Sport auf dem Sportplatz, im Turnraum, mit Hilfe  eines Judotrainers und einer Tanzpädagogin oder durch einfaches Spielen im Freien. Wichtig ist hier unsere Bewegungsbaustelle im Außenbereich. Hier sind kreative Ideen und Kooperation gefragt, um Bretter, Rohre, Reifen und Absperrband zum Einsatz zu bringen.

Des Weiteren wird in der Kindertagesstätte auf eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse und Obst geachtet. Da sowohl muslimische, vegetarische und laktoseintolerant Kinder die Einrichtung besuchen, wird auch das Essbedürfnisse jedes Einzelnen geachtet.  Etwas Süßes ist in Maßen erlaubt.

Die Erzieher begleiten die Kinder weiterhin beim Thema Körperpflege und weisen die Kinder immer wieder auf Händewaschen, Nase putzen hin. Ungesüßter Bio-Tee sowie Wasser stehen den Kindern rund um die Uhr zum „Selber zapfen“ zur Verfügung.

2. Sprache, Schriftkultur, Kommunikation 

Die Kinder werden sprachlich von den Erziehern begleitet. Durch Gespräche miteinander, durch Interaktion und Diskussion kommt es zur Kommunikation und einem Miteinander.  Täglich lesen wir den Kindern vor, nicht zur  Mittagszeit, wann immer sie es möchten. Hörbücher kommen weniger zum Einsatz. Mimik, Gestik, gesprochene Worte der lesenden Erzieherin fesseln die Kinder und lassen sie kreativ werden. Manchmal geben wir drei einfache Wörter vor und gestalten gemeinsam ein lustige Geschichte. Bücher und Zeitschriften laden zum Lesen und betrachten ein. Hierzu haben wir eine Bibliothek für die Kinder eingerichtet, in welchem sie die Bücher nach verschiedenen Themen geordnet finden z.B. Natur und Umwelt, Märchen, Geografie, das Weltall, Geburtstage und Feiern, Spiel und Spaß… Der Sprachgebrauch der Erzieher ist Vorbild für die Kinder. So lernen zu reden, sich mitzuteilen, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Kritiken zu äußern. Sie lernen  andere Muttersprachen kennen, indem sie das Englischangebot wahrnehmen oder kommunizieren. Wir haben Kinder aus Portugal, Island, England oder dem arabischen Raum. Buchstaben sind in den Räumen vorhanden. Vieles ist gekennzeichnet mit Namen. So lernen die Kinder spielerisch. Einmal im Monat gehen wir in die Beelitzer Stadtbibliothek. Hier suchen die Kinder interessante Bücher zum Vorlesen oder für anstehende Projekte aus.

3.Musik

Durch einen Kollegen, der auch Musiker ist, haben die Kinder die Möglichkeit sich nach Musik zu bewegen und zu tanzen. Es macht ihnen viel Freude. So werden spielerisch Balletstücke eingeübt zu klassischer Musik. Außerdem haben wir neben Flöten, Gitarren, Klanghölzern auch Trommeln zum musizieren im Haus. Gern bringen wir den Kindern andere Musik näher, wie z.B. klassische Musik oder englische und spanische Stücke zur Weihnachtszeit.

4. Darstellen und Gestalten

Wir haben eine Verkleidungsecke mit unterschiedlichen Kostümen. Angefangen vom Männerhemd, über verschiedene Hüte, Clownskostüme bis hin zum Prinzen-und Prinzessinenkostüm. Diese Dinge sind sehr beliebt und werden oft genutzt. Einfach in eine andere Rolle schlüpfen. In Vorbereitung auf Veranstaltungen haben die Kinder die Möglichkeit an Theaterstücken mitzuwirken.

5. Mathematik und Naturwissenschaft

Ein mathematisches Grundverständnis zu erlangen ist für Kinder wichtig und interessant.  Sie lieben es zu sortieren, zu zählen, zu messen , um vergleichen zu können.  Verschiedenste Materialienen stehen ihnen hier zur Verfügung:  Bausteine, Kastanien, Korken, Spielfiguren, Mikadostäbchen etc. Im Alltag zählen wir schon mit den Kleinsten beim Essen die vorhandenen Äpfelstückchen. Diese können sie dann verteilen und sehen, ob noch was fehlt oder übrig ist. Auch im Englischangebot zählen wir und nutzen die vorhandenen Materialien. Auch ein Brettspiel kann hier verwendet werden. Geometrische Figuren wir Dreiecke oder Quadrate können ebenso benannt und gebastelt werden. Forschen und Experimentieren können die Kinder im Experimentierraum, der im Moment auf Wunsch der Kinder am Entstehen ist. In unsere Einrichtung haben wir neben vielen naturwissenschaftlichen Büchern (Geschichten und Lexika) einen Experimentiertturm, der Mikroskope und Lupen beinhaltet. Gern werden diese verwendet, um im Freigelände Marienkäfer, Regenwürmer oder Raupen näher zu untersuchen. „Forschen mit Fred“ interessiert auch unsere Jüngsten. Fred ist eine wissbegierige Waldameise. Von Zeit zu Zeit macht er sich auf den Weg, die Umgebung kennen zu lernen. Dabei hat er viele Ideen und es fallen ihm zahlreiche Fragen ein: Lösen sich Eierschalen auf? Warum wird ein Apfel braun? Macht Regenwasser dick? Da die Einrichtung im Park liegt und an den Wald grenzt, haben wir oft die Möglichkeit zu naturwissenschaftlichen Wanderungen zu machen und Fragen der Kinder durch Experimente zu klären; manchmal von einer Mutter, die Biologin ist unterstützt.

6. Soziales Leben- Sozialer Bereich

Durch die offene Arbeit in der Einrichtung möchten wir das „Miteinander“, das soziale Leben darstellen. Den Kindern auf Augenhöhe begegnen, Sachen gemeinsam planen, Regeln gemeinsam aufstellen, diskutieren, andere Meinungen akzeptieren, mit Kritik umgehen. All dies möchten wir den Kindern ermöglichen. Mit Eltern, Großelter, Erziehern gemeinsame Veranstaltungen begehen gehört ebenso dazu. Ein großes Highlight im Jahr ist unser jährlicher Auftritt auf dem Beelitzer Weihnachtsmarkt oder auf dem Beelitzer Spargelfest. All das gehört für uns zum sozialen Leben in unserer Gemeinde. Des Weiteren haben wir einen Raum für den sozialen Bereich, in welchem im Moment ein Kinderrestaurant und ein Frisiersalon entstehen.

Qualitätsstandards

Wir richten uns nach den Qualitätsstandards von Potsdam Mittelmark und sind bestrebt diese zu erfüllen.

Kindeswohlgefährdung

Jeder Erzieher hat dem Kind gegenüber eine Garantenpflicht, Kinder vor den Gefahren für  § 8a SGB „Schutzauftrag für Kindeswohlgefährdung“.

Kinder vor Gefahren für Ihr Wohl zu schützen, gehört zu den Pflichtaufgaben jeder Tageseinrichtung.

Definition: Eine Gefährdung ist eine gegenwärtige, in einem solchen Maß vorhandene Gefahr, dass sich bei der weiteren Entwicklung eine erhebliche Schädigung mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt.

Wenn wir eine Kindeswohlgefährdung vermuten, werden wir die Eltern ansprechen.